Struktur und Qualität entscheiden darüber, wie wirksam und gerecht ein Bildungssystem ist. Die Beiträge in dieser Rubrik informieren über Bildungsstandards und Kompetenzmessung, internationale und nationale Vergleichsstudien, Strukturveränderungen sowie die Weiterentwicklung, Verbesserung, Bewertung und Sicherung von Qualität im Bildungswesen. Dabei spielen auch Unterstützungssysteme und Bildungsnetzwerke eine Rolle.

Versteckte Talente finden und entwickeln
04.12.2008 - Die Randstad Stiftung beabsichtigt mit einem lang angelegten Förderkonzept, Deutschlands Hauptschülerinnen und -schüler fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Mit Hilfe von mehrjährigen Patenschaften sollen alle Schüler ausgewählter Hauptschulkassen einen qualifizierten Abschluss erreichen und im Anschluss an die Schule eine Ausbildungsstelle bekommen.
Sachsen ist neuer Klassenprimus
19.11.2008 - PISA (Programme for International Student Assessment) ist der weltweit größte Schulleistungstest der OECD. PISA-E vergleicht parallel dazu die Schulleistungen in den 16 Bundesländern. Getestet wurden 57 000 Schüler an 1500 Schulen. Dabei landete Sachsen in allen Disziplinen auf Platz eins, gefolgt von Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis in den Naturwissenschaften kann sich auch international sehen lassen. Sachsen rangiert auf Platz zwei hinter Finnland. Bei der Lesekompetenz erreichen die vier besten deutschen Länder zwar Werte über dem OECD-Durchschnitt, der Abstand zur internationalen Spitzengruppe ist aber groß. Vor großen Herausforderungen stehen die Länder nach wie vor bei der Förderung der Kompetenzentwicklung junger Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und bei dem gerechten Zugang zu weiterführenden Bildungsgängen.

"Internationale Mobilität muss zur Regel werden"
13.11.2008 - Die internationale Jugendaustauschorganisation AFS stellte auf der Bildungskonferenz „Moving beyond Mobility“ im Oktober 2008 eine Langzeitstudie zu interkulturellen Austauscherfahrungen vor. Die Studie liefert erstmals grundlegende Erkenntnisse zur interkulturellen und sozialen Prägung, zur sprachlichen und sozialen Kompetenz sowie zur interkulturellen Sensibilität von Austauschschülern

Brauchen wir eine Reform der Reform?
02.10.2008 - Bis zum Jahr 2010 soll der gemeinsame europäische Hochschulraum verwirklicht werden. Probleme bei der Umstellung auf Bachelor und Master werden zur Zerreißprobe. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) fordert, die Umstellung auf Bachelor und Master zu stoppen und den Master zum Regelabschluss des universitären Studiums zu machen. Die Hochschulrektorenkonferenz und die Wirtschaft halten am Bachelor fest.

Vorbilder sollen anspornen
25.09.2008 - Zusammen mit mehr als 40 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen Nationalen Pakt zur Gewinnung von mehr jungen Frauen für mathematische, ingenieur- und naturwissenschaftliche sowie technische (MINT-)Berufe beschlossen. Unter dem Motto „Komm, mach MINT!“ sollen junge Frauen für diese Studiengänge begeistert und Hochschulabsolventinnen für Karrieren in der Wirtschaft gewonnen werden.

Deutschland verliert weiter an Boden
11.09.2008 - Jährlich erscheint das Kompendium der OECD mit international vergleichbaren Bildungsstatistiken. Es beleuchtet bildungspolitische Fragen aus einer internationalen Perspektive. Quantitativ gesehen setzt sich der seit Jahrzehnten zu beobachtende rasante Anstieg der Zahl der Bildungsteilnehmer und der Absolventen fort, in Deutschland allerdings ist in den vergangen Jahren der Anteil der Studienanfänger wie auch der Graduierten je Jahrgang langsamer gewachsen als in den meisten OECD-Ländern. Obwohl in kaum einem anderen OECD-Land ein größerer Anteil der Studierenden einen Abschluss in naturwissenschaftlich-technischen Fächern erwirbt, sind aufgrund der insgesamt geringen Absolventenquote in Deutschland Hochqualifizierte in diesen Fächern deutlich unterrepräsentiert.
Das Unfassbare fassbarer machen
07.08.2008 - Wie kann man den Holocaust im Schulunterricht vermitteln? Wie das Unfassbare des millionenfachen Judenmordes durch Deutsche fassbar machen? Wie erreicht man heutzutage Schüler der vierten Nachkriegsgeneration, die keine persönliche Beziehung zu den Tätern, Opfern, Mitläufern und Zeitgenossen mehr haben? Zeitzeugen, die den Kindern und Jugendlichen von ihren Erlebnissen erzählen können, werden immer seltener. Viele Lehrer dagegen haben Sorge, ihre Schüler nicht richtig zu erreichen und moralisierend zu wirken. Dabei ist das Interesse für den Holocaust bei Schülern nach wie vor groß. Es gilt jedoch, neue Wege der Vermittlung zu finden. Dieser Aufgabe widmet sich ein in Deutschland bislang einmaliger Studiengang am „Lander Institute for Communication about the Holocaust and Tolerance“ in Berlin.

Mehr Freiheiten in Unterricht und Management
31.07.2008 - Das 2002 gestartete Modellprogramm „Selbstständige Schule“ des Landes Nordrhein-Westfalen endet nach sechs Jahren – und hat doch erst angefangen. Denn der Gedanke, dass Schulen eigenverantwortlich und selbstständig wirksamer handeln können, ist auch nach dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen im neuen Schulgesetz des Landes vom Juni 2006 verankert worden. Auch die übrigen Schulen erhalten dadurch größere personelle, finanzielle und organisatorische Gestaltungsspielräume. Das vielleicht größte Schulentwicklungsprogramm Deutschlands seit den Strukturreformen der 70er Jahre, an dem zunächst 278 Schulen in 19 Regionen beteiligt waren und durch Korrespondenzschulen insgesamt 800 Schulen erreichte, hat die Schullandschaft schon jetzt verändert. Grund genug, ein Resümee zu ziehen.

„Es tut sich eine ganze Menge“
10.07.2008 - Anfang Juni wurde der Bildungsbericht 2008 veröffentlicht, der eine umfassende empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems darstellt. Im Gespräch mit der Online-Redaktion erläutert Prof. Dr. Hans Döbert vom DIPF, der Mitglied der Autorengruppe ist, wichtige Grundlagen des Berichts, die politischen Konsequenzen für die Bildungspolitik und die Notwendigkeit, möglichst viel Geld in die frühe Förderung zu investieren. Darüber hinaus spricht er über das Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts – die Übergänge nach der allgemein bildenden Schule und die schwierige Situation von Absolventen mit Hauptschulabschlüssen.

Vom Bildungsbericht zum Bildungsgipfel
17.06.2008 - Mit dem zweiten nationalen Bildungsbericht liegt eine umfassende empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens vor. Analysiert wurde das gesamte institutionelle Gefüge des Bildungswesens von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung über das allgemein bildende Schulwesen, die berufliche Ausbildung und die Hochschulbildung bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Die Ergebnisse des Bildungsberichts unterstreichen erneut, wie notwendig es ist, Bildungschancen für alle unabhängig von der sozialen Herkunft zu schaffen und jedem die Möglichkeit zum Aufstieg durch Bildung zu geben.
